Das Mehlerhaus

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Das 300 Jahre alte Mehlerhaus wurde von der Gemeinde Tux zu einem Kulturzentrum und kleinem Museum restauriert. Jeden Montag- und Freitagnachmittag im Sommer und jeden Freitagnachmittag im Winter von 13.00 bis 18.00 Uhr ist das Mehlerhaus öffentlich zugänglich und immer wieder Rahmen für kulturelle Veranstaltungen.

In Madseit steht das Mehlerhaus aus dem 17. Jahrhundert. Das Bauernhaus war bis 1992 bewohnt, wurde 1999 von der Gemeinde Tux renoviert und als Museum adaptiert.Seither sind die Räume für MuseumsbesucherInnen geöffnet. Das Mehlerhaus hat sich jedoch auch als Veranstaltungszentrum etabliert. Von der Straße aus gut sichtbar steht es einladend in einer großen Wiese mit Wald- und Berglandschaft im Hintergrund.

Trotz der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung des Tales ist die jahrhundertlange landwirtschaftliche Prägung der Region deutlich erkennbar. Das Mehlerhaus wurde in seiner Beschaffenheit erhalten und dient nun als "Kulturerbe" der Gemeinde: die kulturelle Vergangenheit soll aufbereitet und sowohl gegenwärtigen als auch zukünftigen Generationen näher gebracht werden.

Beim Gebäude selbst handelt es sich um ein Mittelflurhaus aus Holz mit giebelseitigem Eingang. Lediglich die Küche ist aus Stein gebaut und mit der aufgesetzten Solderkammer, wiederum aus Holz, vom First weg rechts nach vorne gebaut, wodurch ein geschützter Vorhof entsteht. Der Mittelflur ist sowohl im Unter- als auch im Obergeschoss großzügig gestaltet. Im Parterre gehen 2 Räume nach links und 2 Räume nach rechts ab. Bei einem handelt es sich um die Küche, die auch heute insbesondere bei Veranstaltungen genützt wird. Die anderen Räume dienen als Stuben für BesucherInnen und Gäste. In der "Oberen Stube", die sich zwar im Untergeschoss befindet, aber über eine Stufe zu betreten ist, wird in zahlreichen Bildern die Geschichte der BewohnerInnen des Mehlerhauses sowie die Entwicklung der Gemeinde Tux dargestellt. Die Zusammenstellung der Fotografien sowie die Ausarbeitung wurden von SchülerInnen der Hauptschule Tux durchgeführt. Im unteren Flur finden mindestens einmal pro Saison kleinere Wechselausstellungen statt.

Der eigentliche Museumsteil des Mehlerhauses befindet sich im oberen Geschoss. Auch hier ist die Raumaufteilung so wie einen Stock tiefer – 2 Räume rechts, 2 Räume links vom Gang. Über den Balkon gelangt man in die so genannte "Solderkammer" (Solder = Balkon), in der Arbeitsgeräte aus Haus und Hof präsentiert sind. Es finden sich neben Werkzeugen und Fotografien zur Korbherstellung, Holz- und Flachsbearbeitungsgeräten, Nähmaschinen und  Küchenzubehör auch Utensilien und Material zur "Doggel"-Herstellung, warmen Lodenpatschen- bzw. Schuhen.

Auch in der „Hauserkammer“ werden Gerätschaften aus dem bäuerlichen Arbeitsalltag ausgestellt - hier vorwiegend aus der Feld- und Waldwirtschaft, außerdem historische Wintersport- und Transportgeräte wie Schier, Schneeschuhe und Schlitten. Der breite Gang bietet Vitrinen mit allerlei Gegenständen des täglichen Lebens sowie einer Schulbank und einem Trachtenpaar Platz. Eine Schlafkammer, das "Obere Kammerl", ist als solche belassen und vollständig eingerichtet.

Ihr gegenüber befindet sich die ehemalige "Stubenkammer", die der Darstellung des Magnesitbergbaus in Tux dient. Durch die Entdeckung von Magnesitvorkommen auf dem "Hoserkarl" und der "Stockwiese" zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Gemeinde Tux einen ersten Wirtschaftsaufschwung.
Auf 1.700 m Seehöhe entstand 1920 ein Bergwerk mit Wohnsiedlung, Schule, Arzt, Kino, Kegelbahn und einer Barbarakapelle. In der Blütezeit fanden
400 Menschen aus dem gesamten Zillertal Arbeit. 1976 kam es zur Einstellung des Betriebes aus wirtschaftlichen Gründen. Zahlreiche Schautafeln, Mineralien, Gezähe, Bergmannskleidung, Fotografien und Skizzen illustrieren diese Zeit.